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Weiterentwicklung der Herzmedizin: Pulsed Field Ablation zur Behandlung von Vorhofflimmern im St. Martini etabliert
- |10. März 2026
- |St. Martini Krankenhaus Duderstadt

Ein leiser Summton im Herzkatheterlabor, konzentrierte Blicke im Team und ein klarer medizinischer Fortschritt: Im St. Martini Krankenhaus Duderstadt ist seit einigen Monaten die Pulsed Field Ablation (PFA) fester Bestandteil der Behandlung von Vorhofflimmern – der häufigsten anhaltenden Herzrhythmusstörung. Mit der Einführung dieses innovativen Verfahrens setzt das Krankenhaus ein starkes Zeichen für moderne, schonende Herzmedizin in der Region.
Schonender als Hitze- oder Kälteablation
Bislang wurde das Vorhofflimmern im Rahmen einer sogenannten Pulmonalvenenisolation (PVI) meist mit Hitze (Radiofrequenzablation) oder Kälte (Kryoablation) behandelt. Beide Verfahren arbeiten thermisch – sie veröden Herzgewebe, um krankhafte elektrische Impulse zu unterbrechen.
Die Pulsed Field Ablation geht einen anderen Weg: Sie nutzt kurze, hochenergetische elektrische Impulse, um gezielt Herzmuskelzellen zu beeinflussen. Das umliegende Gewebe – etwa Speiseröhre oder empfindliche Nervenstrukturen – wird dabei weitgehend geschont. Erste Studien zeigen hohe Erfolgsraten bei gleichzeitig verkürzten Eingriffszeiten.
Auch Fachgesellschaften bewerten die Entwicklung positiv. Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie sieht in der Methode einen wichtigen Schritt hin zu einer noch sichereren Ablationstherapie. Die European Society of Cardiology spricht von einer vielversprechenden Innovation mit großem Potenzial für die Patientensicherheit.
Mehr Sicherheit, kürzere Eingriffe, schnellere Erholung
Für Patientinnen und Patienten bedeutet das neue Verfahren vor allem eines: eine noch schonendere Therapieoption. Durch die gezielte Wirkung auf Herzmuskelzellen kann das Risiko für umliegende Strukturen reduziert werden. Gleichzeitig ermöglicht die Technologie häufig eine effizientere Durchführung des Eingriffs.
„Mit der Pulsed Field Ablation können wir präziser und in vielen Fällen auch schneller behandeln“, erklärt Chefarzt dr. Med. (Univ. Pristina) Fatbardh Hasku, Leiter der Kardiologie. „Unser Ziel ist es, den Eingriff noch sicherer zu machen und die Belastung für unsere Patientinnen und Patienten weiter zu reduzieren. Wenn wir sehen, dass Menschen nach der Behandlung wieder belastbarer sind und mit weniger Angst leben, dann wissen wir, warum sich dieser Aufwand lohnt.“
Gerade für jüngere Betroffene mit frühem Vorhofflimmern könnte das Verfahren künftig an Bedeutung gewinnen. Langzeitdaten werden derzeit erhoben, um die dauerhafte Wirksamkeit weiter zu bestätigen. Fatbardh Hasku ist sich sicher, dass die Kombination aus Pulmonalvenenisolation und neuer PFA-Technologie die Therapie von Herzrhythmusstörungen in den kommenden Jahren grundlegend verändern wird.
Elektrophysiologie seit 2025 fest etabliert
Die Einführung der PFA ist Teil eines strategischen Ausbaus der Kardiologie. Bereits 2025 wurde die Elektrophysiologie in das Leistungsspektrum aufgenommen. Damit bietet das Krankenhaus spezialisierte Diagnostik und minimalinvasive Therapien von Herzrhythmusstörungen direkt vor Ort an.
Mit einem Investitionsvolumen von rund einer Million Euro entsteht derzeit das „Invasive Herzzentrum Eichsfeld“. Die Herzkatheter-Kapazitäten werden von einem auf zwei Messplätze erweitert, darunter ein hochmoderner biplanarer Angiograph von Siemens Healthineers. Zudem wurde die personelle Ausstattung des Ärzteteam auf fünf Facharztstellen für Innere Medizin und Kardiologie verstärkt. Eine 24/7-Herzkatheterbereitschaft bietet bereits seit fast anderthalb Jahren auch bei Notfällen eine heimatnahe Behandlungsmöglichkeit – ein entscheidender Vorteil für Patienten mit Herzinfarkten, bei denen jede Minute zählt.
Signal für moderne Medizin in der Region
Geschäftsführer Markus Kohlstedde betont die strategische Bedeutung der Entwicklung: „Als Teil des Ausbaus zum Invasiven Herzzentrum Eichsfeld setzen wir mit der Einführung der Pulsed Field Ablation ein klares Zeichen für eine leistungsfähige kardiologische Versorgung in unserer Heimatregion. Unser Anspruch ist es, moderne Hochleistungsmedizin nicht nur in Metropolen, sondern wohnortnah anzubieten – qualitativ hochwertig, zugewandt und ohne lange Wartezeiten.“
Für das Team im Herzkatheterlabor bedeutet die neue Technologie mehr als ein technisches Upgrade. Wochenlange Schulungen, Simulationen und Hospitationen gingen der Einführung voraus. Heute ist die Pulsed Field Ablation fester Bestandteil der Routine.
„Moderne Herzmedizin in Duderstadt zum Wohl der Patientinnen und Patienten – nah am Menschen und am Puls der Forschung“, bekräftigt Chefarzt Fatbardh Hasku und betont: “Mit der Pulsed Field Ablation gehören wir zu den Vorreitern in der Region. Für unsere Patienten und uns beginnt damit ein neuer Abschnitt in der Behandlung von Herzrhythmusstörungen.“