Neurologie am Krankenhaus Reinbek ist in Rund-um-die-Uhr-Versorgung gestartet – inklusive Stroke Unit

Die renommierte Neurologin und auf Schlaganfälle spezialisierte Chefärztin Privatdozentin Dr. Anna Alegiani (2.v. r.) mit dem Oberarzt-Team ihrer neuen Klinik für Neurologie: Dr. Amelie Hensel, Dr. Felix Fischer und Privatdozent Dr. David Leander Rimmele (r.). Gemeinsam mit vielen anderen Berufsgruppen stellen sie die Rund-um-die-Uhr-Versorgung von Schlaganfall-Patienten im Krankenhaus Reinbek sicher. (Foto: Andrea Schulz-Colberg)

Chefärztin PD Dr. Anna Alegiani ist Anfang April mit ihrem neuen Oberarzt-Team in die Vollversorgung auch von Schlaganfallpatienten gegangen

Das Krankenhaus Reinbek St. Adolf-Stift hat seine neue Fachabteilung für Neurologie in den Vollbetrieb genommen. Unter der Leitung von Chefärztin Privatdozentin Dr. Anna Alegiani versorgt ein Team aus einer Oberärztin und zwei Oberärzten sowie Assisstenzärzten, einer Medizinischen Fachangestellten, mehreren Physio- und Ergotherapeutinnen und Logopäden, sowie den Pflegekräften und dem Sozialdienst rund um die Uhr neurologische Patientinnen und Patienten – einschließlich einer Stroke Unit für die Akutversorgung von Schlaganfällen.

Chefärztin Privatdozentin Dr. Anna Alegiani ist voll des Lobes: „Ich bin zu tiefst beeindruckt von der Motivation und dem Engagement aller beteiligten Berufsgruppen im St. Adolf-Stift. Ich bin wirklich gern Teil dieses Teams. Nach intensiver Vorbereitung haben sich alle gefreut, dass wir Anfang April die Versorgung stationärer Patienten in der neuen Klinik für Neurologie sehr strukturiert aufnehmen konnten. Für neurologische Notfälle sind wir 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche über die Notaufnahme erreichbar, die dann auf stationär auf der Normalstation oder Überwachungseinheit weiterversorgt werden können.“ 

Fachlich exzellente, menschlich überzeugende Chefärztin
Geschäftsführer Fabian Linke ist von seiner Personalentscheidung überzeugt: „PD Dr. Alegiani vereint in beeindruckender Weise alles, was eine exzellente Chefärztin ausmacht: Sie ist fachlich bundesweit anerkannt, überzeugt menschlich, arbeitet strukturiert und setzt ihre Ziele konsequent um. Besonders bemerkenswert ist ihre Führungskultur: Sie formuliert klare Ziele und Leitplanken und schenkt ihrem Team zugleich großes Vertrauen in der Umsetzung. Dabei legt sie viel Wert auf kontinuierliche Schulungen und hohe Standards in der Patientenversorgung. Mit hoher Transparenz und Offenheit schafft sie eine wertschätzende Arbeits- und Lernatmosphäre, die alle Berufsgruppen einbezieht. Was Frau Alegiani in so kurzer Zeit aufgebaut hat, verdient höchsten Respekt. Angesichts dieser Dynamik sind wir überzeugt, dass die Etablierung der neuen Fachabteilung ebenso erfolgreich verlaufen wird wie vor einigen Jahren bereits bei unserer Urologie. Für die Patientinnen und Patienten in der Region, die bislang neurologisch unterversorgt war, ist das ein bedeutender Gewinn.“

Spezialisierte Schlaganfall-Versorgung auf der Stroke Unit
Für Schlaganfallpatienten stehen im St. Adolf-Stift besondere Überwachungsbetten auf der sogenannten Stroke-Unit bereit. „Sie dienen dazu Komplikationen, die Schlaganfälle besonders in der Anfangsphase mit sich bringen, rechtzeitig erkennen und dadurch verhindern zu können“, sagt Oberarzt Privatdozent Dr. David Leander Rimmele. „Im Zusammenhang mit der ebenfalls auf der Stroke-Unit durch Charakterisierung des Beschwerdebildes gebahnten rehabilitativen Therapie, ist dies eine entscheidende Maßnahme um den Krankheitsverlauf und Einschränkungen im Alltag positiv zu beeinflussen.“

Wichtig sei laut Oberärztin Dr. Amelie Hensel auch, dass die Erkrankten sich schnell Hilfe holen: „Es heißt so schön: Time ist Brain, also wenn unnötig Zeit verstreicht, schadet das dem Gehirn. Beim plötzlich auftretenden Symptomen wie der Lähmung eines Armes oder Beines, einer undeutlichen Sprache, Wortfindungsstörungen, Taubheitsgefühle, die das Gehen erschweren oder wegen derer etwas aus der Hand fällt, Doppeltsehen, Sehverlust auf einem Auge, weil das Auge wie durch einen Vorhang schwarz wird oder auch einer Einschränkung des Gesichtsfeldes sollte sofort der Rettungsdienst angerufen und der Verdacht auf Schlaganfall geäußert werden. “

Dr. Felix Fischer ist der dritte Oberarzt im Team und ist spezialisiert auf die Messung von Nerven und Hirnströmen. „Für die neurologische Funktionsdiagnostik wurden vom Krankenhaus wirklich die modernsten Geräte angeschafft: In der Neurologie selbst stehen uns die Neurosonografie, Elektroneurografie und ein EEG zur Verfügung. In unserer Klinik für Radiologie können wir die Patienten mittels CCT und cMRT von den Kollegen untersuchen lassen. Wir können also wirklich vollumfänglich für neurologische Patientinnen und Patienten da sein.“

Leistungsspektrum von Klinik und Privatsprechstunde ist unterschiedlich
Die Klinik für Neurologie behandelt Patienten grundsätzlich stationär, also wenn ein Krankenhausaufenthalt bei einer akuten Erkrankung notwendig ist. Es gibt jedoch wichtige Ausnahmen: So gibt es die Möglichkeit bei entzündlichen Erkrankungen eine so genannte Lumbalpunktion, also die Nervenwasser-Untersuchung an der Wirbelsäule als Ambulante OP-Leistung für Niedergelassene durchzuführen. Alegiani: „Wir nutzen hier die perfekten Strukturen unseres Ambulanten OPs und haben hier schon erste Kooperationen zu Praxen aufgebaut. Meine Oberärztin Dr. Hensel ist hier Fachfrau und führt die Eingriffe im Reinbeker OP steril durch. Als Vorstationäre Leistungen können mit einer Einweisung Patienten auch einen Ultraschall von Hals- und Hirnarterien sowie peripheren Nervenbahnen durch PD Dr. Rimmele erhalten. Er ist großer Experte: Als so genannter DEGUM-Ausbilder bietet er Fortbildungen für Ärzte in der Sonografie von Nervenstrukturen und Blutgefäßen an. Ebenso werden von Dr. Fischer vorstationär in einem EEG die Hirnströme sowie einem Elektroneurografie die Leitfähigkeit von Signalen peripherer Nerven gemessen, etwas bei Verdacht auf Epilepsie oder Polyneuropathien.“ 

Mittels einer Einweisung, insbesondere zur Klärung, ob es einer stationären Aufnahme bedarf, sind die genannten Untersuchungen für Kassenpatienten möglich. Daneben bietet Frau PD Dr. Alegiani auch eine Privatsprechstunde für Privatpatienten an. Aufgrund ihrer jahrelangen Tätigkeit im UKE mit seinen vielfältigen Spezialsprechstunden deckt sie alle neurologischen Erkrankungen ab. 

Auch die Angehörigen im Blick haben
PD Dr. Alegiani hat aber als Chefärztin nicht nur die Patienten selbst im Blick, sondern auch die Angehörigen. „Gerade bei kognitiv eingeschränkten Patienten ist die Einbindung von Angehörigen wichtig Hierfür steht uns zum einen das Konzept der familiaren Pflege zur Verfügung und darüber hinaus bieten wir die Option bei stationären Patienten täglich um 14 Uhr an der Visite teilzunehmen. Ein Fokus liegt für uns auch in der strukturierten und gut vorbereiteten Planung der Versorgung nach dem Krankenhausaufenthalt. Dafür haben wir mit unserem Sozialdienst schon Konzepte entwickelt. Nicht zuletzt bahnen wir auch Kooperationen mit externen Kliniken in unserem Verbund und Schwerpunktkliniken. Und sind über das universitäre neurovaskuläre Netzwerk und aktuelle Forschungsprojekte mit dem UKE eng verbunden.