Modernste Herzmedizin: Krankenhaus Reinbek führt schonendes Verfahren zur Behandlung von Vorhofflimmern ein

Das Krankenhaus Reinbek St. Adolf-Stift hat sein herzmedizinisches Angebot erweitert: Die schonende Pulsed Field Ablation (Gerät in der Mitte) steht seit Juni für Patientinnen und Patienten mit Vorhofflimmern zur Verfügung. Die Leiterin der Elektrophysiologie Dr. Deniz Altin (links) hat die ersten Eingriffe gemeinsam mit Priv.-Doz. Dr. Bruno Reißmann (rechts) vom Universitären Herz- und Gefäßzentrum Hamburg durchgeführt. Chefärztin Dr. Goldmann (Mitte) ist stolz: „Von Vorhofflimmern Betroffene können sich bei uns in Reinbek mit modernsten Verfahren behandeln lassen und müssen keine weiten Wege in Hamburger Zentren auf sich nehmen.“

Pulsed Field Ablation ergänzt das Therapieangebot der Klinik für Kardiologie – jährlich werden im St. Adolf-Stift rund 250 Ablationen bei Vorhofflimmern durchgeführt

Das Krankenhaus Reinbek St. Adolf-Stift hat sein herzmedizinisches Angebot um ein innovatives Behandlungsverfahren erweitert: Die Pulsed Field Ablation (PFA) steht seit Juni für Patientinnen und Patienten mit Vorhofflimmern in Reinbek zur Verfügung. Das neue Verfahren ist schonender für das umliegende Herzgewebe als bislang eingesetzte Methoden und ergänzt das bereits bewährte Ablationsprogramm der Klinik für Kardiologie, in dem jährlich etwa 250 solcher Eingriffe durchgeführt werden. 

Unbehandeltes Vorhofflimmern erhöht das Risiko für Schlaganfälle und Herzschwäche

Vorhofflimmern ist die häufigste anhaltende Herzrhythmusstörung: In Deutschland sind schätzungsweise mehr als zwei Millionen Menschen betroffen. Kardiologie-Chefärztin Dr. Britta Goldmann erklärt: „Das Herz schlägt dabei unregelmäßig und oft zu schnell – die Vorhöfe flimmern, anstatt sich geordnet zusammenzuziehen. Das beeinträchtigt nicht nur die Lebensqualität der Betroffenen erheblich, sondern erhöht auch das Risiko für Schlaganfälle und Herzschwäche. Vorhofflimmern gehört daher zu den Erkrankungen, die konsequent und leitliniengerecht behandelt werden müssen. Dieses ist seit sieben Jahren bei uns in Reinbek etabliert im Schwerpunkt der Rhythmologie mit einem Eingriffsraum für die sogenannte Elektrophysiologie.“

Verödung mit elektrischen Impulsen ist schonender als mit Hitze oder Kälte

Ziel einer Ablationsbehandlung ist es, die krankhaften Herzmuskelzellen, die das Vorhofflimmern auslösen, gezielt auszuschalten. Über einen dünnen Schlauch (Katheter), der über die Leistenvene bis zum Herzen geführt wird, wird das betroffene Gewebe behandelt – die sogenannte Pulmonalvenenisolation. Bisherige Verfahren nutzten dafür entweder Hitze (Radiofrequenzstrom) oder Kälte (Kryoablation), um das Gewebe zu veröden. Die Pulsed Field Ablation arbeitet stattdessen mit kurzen, präzise dosierten elektrischen Impulsen – ohne Wärme oder Kälte. Diese Impulse wirken gezielt auf die Herzmuskelzellen, die das Flimmern erzeugen, und schalten sie aus. 

Neues Verfahren ist präziser und schonender für Patientinnen und Patienten

Oberärztin Dr. Deniz Altin leitet die Elektrophysiologie im St. Adolf-Stift und erklärt: „Die Pulsed Field Ablation ist ein echter Fortschritt für unsere Patientinnen und Patienten mit Vorhofflimmern. Das Verfahren ist präziser und schont das umliegende Gewebe besser als die bisherigen Methoden. Etwa die Speiseröhre oder der Zwerchfellnerv bleiben weitgehend unbeeinträchtigt, weil sie auf die eingesetzten elektrischen Impulse deutlich unempfindlicher reagieren als auf Hitze oder Kälte. Für die so Behandelten bedeutet es einen ruhigeren Verlauf nach dem Eingriff und eine schnellere Erholung. Wir setzen es dort ein, wo es medizinisch geboten ist, und können unseren Patientinnen und Patienten damit eine Behandlung anbieten, die bislang großen Zentren vorbehalten war.“ 

Das St. Adolf-Stift kooperiert seit 2019 mit dem Universitären Herz- und Gefäßzentrum Hamburg des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE). Eppendorfer Spezialistinnen und Spezialisten aus der Klinik für Kardiologie sind regelmäßig vor Ort, um das Reinbeker Team gerade bei komplexen Eingriffen zu unterstützen „Im UKE nutzen wir die Elektroporation ebenfalls und erzielen damit sehr gute Ergebnisse. Die kurzen Prozedurzeiten und die neue Energieform tragen dazu bei, dass das Verfahren eine schonende und sichere Therapieoption für Patientinnen und Patienten mit Vorhofflimmern darstellt“, sagt Oberarzt Priv.-Doz. Dr. Bruno Reißmann, Kardiologe und Elektrophysiologe der Klinik für Kardiologie des UKE, der die Einführung des neuen Verfahrens begleitet hat.

250 Ablationen pro Jahr – und ab sofort mit neuester Technologie

Im Krankenhaus Reinbek St. Adolf-Stift werden jährlich rund 250 Ablationen zur Behandlung von Vorhofflimmern durchgeführt – eine für ein Haus seiner Größe bemerkenswert hohe Zahl, die das umfangreiche kardiologische Know-how vor Ort widerspiegelt. Die Pulsed Field Ablation ergänzt nun die bereits etablierten Verfahren, die weiterhin zum Einsatz kommen. Dr. Altin: „Die Entscheidung, welches Verfahren für eine Patientin oder einen Patienten am besten geeignet ist, treffen wir in der Kardiologischen Klinik gemeinsam mit den Betroffenen – individuell und nach sorgfältiger Abwägung.“ Die Chefärztin jedenfalls ist stolz auf das neuste Verfahren. Dr. Goldmann: „Mit der Einführung der Pulsed Field Ablation unterstreichen wir einmal mehr, dass wir in Reinbek auf dem Stand modernster Herzmedizin arbeiten. Beste Medizin für unsere Patientinnen und Patienten – das ist unser Anspruch, damit Betroffene wie bei so vielen anderen Erkrankungen keine weiten Wege in Hamburger Zentren auf sich nehmen müssen.“ 

Save the Date: Am Mittwoch den 9. September informiert die Reinbeker Kardiologie von 18.00 bis 19.30 Uhr über den Herzinfarkt. Weitere Informationen folgen. Mehr unter www.krankenhaus-reinbek.de