Krankenhaus Reinbek St. Adolf-Stift stellt Führungsstruktur neu auf

Neues Direktorium mit klaren Verantwortlichkeiten und stärkerer interprofessionelle Zusammenarbeit

Das Krankenhaus Reinbek St. Adolf-Stift stellt seine Führungsstruktur neu auf – mit einem klaren Fokus auf interprofessioneller Zusammenarbeit, modernen Entscheidungsprozessen und einer zukunftsorientierte Unternehmenskultur. Das dreiköpfige Krankenhausdirektorium bilden künftig Geschäftsführer und Kaufmännischer Direktor Fabian Linke, Pflegedirektor Franz Josef Kravanja sowie der Ärztliche Direktor Prof. Dr. Tim Strate. Strate war zuvor Stellvertretender Ärztlicher Direktor und damit enger Partner von Prof. Dr. Stefan Jäckle, der Ende 2025 nach 25 Jahren im St. Adolf-Stift in den Ruhestand verabschiedet wurde. Alle drei gehören zugleich der siebenköpfigen Krankenhausleitung an. 

Für Geschäftsführer Fabian Linke ist die neue Konstellation ein wichtiger Schritt für die strategische Weiterentwicklung des Hauses: „Wir setzen bewusst auf ein starkes, interprofessionelles Führungsteam, das Verantwortung teilt, Perspektiven bündelt und Entscheidungen gemeinsam trägt. Schon die ersten Wochen haben gezeigt, wie viel Dynamik entstehen kann, wenn unterschiedliche Professionen konsequent auf Augenhöhe zusammenarbeiten.“ Mit Pflegedirektor Franz Josef Kravanja konnte zum 1. Januar eine erfahrene Führungspersönlichkeit gewonnen werden, die frische Impulse einbringt und zugleich den partizipativen Führungsansatz durch Einbeziehung der Mitarbeitenden stärkt. Gleichzeitig setzt die Krankenhausleitung weiterhin auf erfahrene Mitglieder, die die Entwicklung des St. Adolf-Stifts bereits seit vielen Jahren prägen und für Kontinuität stehen. Zur neuen Krankenhausleitung gehören zudem der Stellvertretende Ärztliche Direktor Dr. Timo Rath, Jan Friedrichs als OP-Manager und Leitung OP & Anästhesie Funktionsdienst, sowie der Kaufmännische Leiter Wolfgang Buchholz und Ordensschwester Luise Wahrhausen, die beide bereits zuvor dem Gremium angehörten.

Im Mittelpunkt der Neuausrichtung steht eine Unternehmenskultur, die auf Vertrauen, Transparenz und gemeinsamer Verantwortung basiert. „Wir verstehen Führung als Teamleistung“, betont Linke. „Pflege, Medizin und Verwaltung bringen ihre Perspektiven ein, diskutieren offen und entwickeln tragfähige Lösungen für die Zukunft. So verbinden wir exzellente Patientenversorgung mit wirtschaftlicher Stabilität und Innovationskraft.“ Diese Kultur bildet die Grundlage für zentrale Zukunftsprojekte – von neuen Versorgungsangeboten über die Weiterentwicklung des Campus für Gesundheitsberufe bis hin zum Einsatz hochmoderner Technologien wie dem da-Vinci-Operationsroboter. Ziel ist es, das St. Adolf-Stift als leistungsstarkes, agiles und attraktives Krankenhaus konsequent weiterzuentwickeln.

Medizinische Spezialisierung mit strategischer Ausrichtung

Der neue Ärztliche Direktor Prof. Dr. Tim Strate ist seit 2008 Chefarzt der Chirurgischen Klinik und war in dieser Zeit zugleich Stellvertretender Ärztlicher Direktor. Er hat die Entwicklung der operativen Fächer in Reinbek maßgeblich geprägt und konsequent auf Wachstum und Spezialisierung ausgerichtet. Gemeinsam mit dem damaligen Kaufmännischen Direktor realisierte er 2011 den Neubau des Zentral-OPs und verdoppelte die Zahl der Operationssäle von vier auf neun. Parallel dazu stärkte Strate frühzeitig die Spezialisierung innerhalb der Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie. Er gewann ausgewiesene Experten für sein Team und etablierte eigenständige Schwerpunktbereiche – vielfach mit besonderem Fokus auf die Tumorbehandlung.

„Wir sind in den vergangenen zwei Jahrzehnten nicht nur in die Breite gewachsen, etwa durch zusätzliche Betten und neue Fachabteilungen wie die Urologie, sondern haben uns zugleich immer weiter spezialisiert“, erklärt Strate. „Wir machen viel, aber bewusst nicht alles. Was wir anbieten, machen wir mit höchstem Qualitätsanspruch. Das belegen auch unsere zahlreichen Zertifizierungen – etwa im Onkologischen Zentrum oder im Bereich des Gelenkersatzes.“ Diese Entwicklung sei kein Zufall, sondern folge einer klaren Strategie: „Schon früh zeichnete sich ab, dass sich die Krankenhauslandschaft verändern wird. Langfristig werden vor allem leistungsstarke Häuser bestehen, die wirtschaftlich arbeiten und durch Spezialisierung eine hohe Behandlungsqualität sichern.“ Zu dieser Strategie gehört auch die gezielte Erweiterung des medizinischen Angebots. In den vergangenen Jahren wurden neue Fachabteilungen unter chefärztlicher Leitung aufgebaut, darunter Kardiologie, Onkologie, Urologie und zuletzt die Neurologie. Mit der neuen Abteilung unter Leitung von PD. Dr. Anna Alegiani sind wir rechtzeitig gestartet um vor der Eröffnung der neuen Zentralen Notaufnahme mit der 24/7-Schlaganfall-Einheit schon routiniert zu sein.“

Reform als Chance zur Weiterentwicklung

Die Krankenhausleitung plant bereits weitere gezielte Entwicklungsschritte, um die Versorgungssicherheit in der Region im Zuge der aktuellen Krankenhausreform aktiv zu gestalten. „Mit dem Wegfall des benachbarten Krankenhauses Geesthacht und den bundesweiten Reformprozessen verändert sich die Versorgungslandschaft nachhaltig“, erklärt Geschäftsführer Fabian Linke. „Wir sehen darin nicht nur eine Herausforderung, sondern eine klare Chance zur Weiterentwicklung. Unser Anspruch ist es, die Transformation aktiv zu gestalten und unser Haus strategisch weiter auszubauen. Dazu gehören die gezielte Stärkung unserer OP-Kapazitäten sowie eine bedarfsgerechte Weiterentwicklung unserer Bettenstruktur. So verbinden wir medizinische Qualität, Innovationskraft und wirtschaftliche Stabilität und sichern die regionale Versorgung langfristig.“

Ein zentraler Bestandteil dieser Weiterentwicklung ist die verantwortungsvolle Ambulantisierung medizinischer Leistungen. Ziel ist es, stationäre Kapazitäten gezielt dort einzusetzen, wo sie medizinisch notwendig sind, und gleichzeitig ambulante Potenziale sinnvoll zu nutzen. Der Stellvertretende Ärztliche Direktor Dr. Timo Rath ergänzt: „Wir sind offen für ambulante Strukturen und haben hier in den vergangenen Jahren bereits sehr gute Voraussetzungen geschaffen. Gleichzeitig gilt: Nicht jeder Eingriff und nicht jede Patientin oder jeder Patient eignet sich für eine ambulante Versorgung. In den vergangenen Jahren haben wir konsequent in moderne und schonende Narkoseverfahren investiert, um stationäre Aufenthalte, wann immer medizinisch möglich, zu vermeiden. Mein Dank gilt dem engagierten Team im OP und dem Aufwachraum. Unabhängig von politischen Zielsetzungen liegt die medizinische Verantwortung stets bei unseren Ärztinnen und Ärzten – mit der Patientensicherheit als oberstem Maßstab.“

Hervorragende Pflege als tragende Säule

Auch die Pflegedirektion hat sich in Reinbek neu aufgestellt: Zum 1. Januar 2026 hat Franz Josef Kravanja die Aufgabe des Pflegedirektors übernommen. Der 59-Jährige verbindet langjährige Führungserfahrung mit einer tiefen persönlichen Verbundenheit zum Pflegeberuf. Seine Laufbahn begann als Fachpfleger für Intensiv- und Anästhesiepflege. Nach Stationen am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) in Kiel übernahm er leitende Funktionen in der Pflegedirektion und machte einen Masterabschluss im Gesundheitswesen. Er war als Pflegemanager am UKSH Kiel sowie als Pflegedirektor an mehreren großen Klinikstandorten tätig, zuletzt am Klinikum Itzehoe.

Im St. Adolf-Stift möchte Kravanja die Pflege fachlich stärken und zugleich die Mitarbeitenden in ihrer täglichen Verantwortung unterstützen. Führung versteht er als partnerschaftlichen Prozess: „Pflege ist Teamarbeit. Gute Führung bedeutet für mich, Orientierung zu geben, zuzuhören und Entwicklung zu ermöglichen. Unsere Mitarbeitenden leisten jeden Tag hochprofessionelle Arbeit – dafür brauchen sie verlässliche Strukturen und Wertschätzung.“ Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Nachwuchsförderung. Rund die Hälfte der Stellen im Pflege- und Funktionsdienst wird inzwischen mit Absolventinnen und Absolventen des eigenen Campus für Gesundheitsberufe besetzt. Auch der neue neurologische Schwerpunkt wächst weiter: Zwei Pflegekräfte haben kürzlich ihre Weiterbildung zur Stroke Nurse erfolgreich abgeschlossen und verstärken nun die spezialisierte Schlaganfallversorgung.

Darüber hinaus setzt sich Kravanja für eine stärkere gesellschaftliche Wahrnehmung des Pflegeberufs ein: „Die Professionalität und Bandbreite der Pflege werden häufig unterschätzt. Mir ist es wichtig, diese Kompetenz sichtbar zu machen und der Pflege auch gesundheitspolitisch eine klare Stimme zu geben.“

Werte als Fundament

Mit Ordensschwester Luise Wahrhausen gehört zudem die einzige im Haus noch angestellte Ordensschwester der Krankenhausleitung an. Ihre Aufgabe ist es, das christliche Profil des 1884 von Ordensschwestern gegründeten Hauses im Führungsgremium zu vertreten. „Der Erhalt unserer Werte ist eine gemeinsame Aufgabe. Dafür gibt es im St. Adolf-Stift unter anderem einen Wertebeirat“, sagt Schwester Luise Wahrhausen. „In bestimmten Situationen ist es jedoch hilfreich, die Perspektive der Ordensgemeinschaft einzubringen. Diesen Beitrag leiste ich gerne.“


Mehr Informationen unter: www.krankenhaus-reinbek.de