Wir verwenden Cookies, um Ihnen ein optimales Webseiten-Erlebnis zu bieten. Dazu zählen Cookies, die für den Betrieb der Seite und für die Steuerung unserer kommerziellen Unternehmensziele notwendig sind, sowie solche, die lediglich zu anonymen Statistikzwecken, für Komforteinstellungen oder zur Anzeige personalisierter Inhalte genutzt werden. Sie können selbst entscheiden, welche Kategorien Sie zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass auf Basis Ihrer Einstellungen womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Details Anzeigen

Datenschutzerklärung

Kooperation mit Ambulanten Hospizdienst

Ambulanter Hospizdienst Reinbek e.V. und St. Adolf-Stift bauen ihre Kooperation weiter aus, die Einrichtung einer eigenen Palliativstation wird im Krankenhaus geprüft

Im Rahmen der Krippen- und Osterausstellungen 2015/16 im Krankenhaus Reinbek sind 2.500 Euro an Spenden für den Ambulanten Hospizdienst Reinbek e.V. gesammelt worden. Diese übergab heute die Krankenhausleitung an Vorstand und Mitarbeiter des Vereins. Lothar Obst, Geschäftsführer des St. Adolf-Stiftes und Initiator diverser Veranstaltungen, hat mal nachgerechnet: „Im Laufe der letzten gut anderthalb Jahrzehnte sind durch Ausstellungen und Vortragsabende im St. Adolf-Stift Spenden in Höhe von insgesamt 21.000 Euro zusammengekommen. 14.300 Euro gingen an den Ambulanten Hospizdienst Reinbek e. V. und 6.700 Euro an das Möllner Don Bosco-Haus, das sich um mehrfach schwerbehinderte Menschen kümmert.“

Anlässlich der Spende berichtete heute (1.6.2016) Anke Stilkenbäumer, Vorsitzende des Hospizvereins, über die aktuelle Arbeit des Hospizdienstes. Der Verein feiert dieses Jahr sein 15-jähriges Bestehen. Anke Stilkenbäumer: „Wir können die Spende über 2.500 Euro gut gebrauchen, im Winter startet ein neuer Kurs, der Ehrenamtliche zu Sterbebegleitern ausbildet.“ Hospizdienst und Krankenhaus arbeiten seit Jahren gut zusammen. Nun möchten beide einen Kooperationsvertrag schließen, der eine noch engere Zusammenarbeit im Palliative Care-Bereich vorsieht. „Zum einen möchten wir die Möglichkeit schaffen, dass ehrenamtliche Sterbebegleiter auch punktuell im Krankenhaus eingesetzt werden können, wenn Patienten oder Angehörige darum bitten“, so Stilkenbäumer. „Zum Beispiel bei Sterbenden, die unruhig sind, ist es manchmal hilfreich, wenn jemand für einige Stunden am Bett sitzt, der eine Ausbildung hat und einfach ein Ruhepool bildet.“ Zweitens sei vorgesehen, dass Patienten, die demnächst aus der Palliativbehandlung nach Hause entlassen werden, von der Hospizdienst-Koordinatorin Susanne Ritter noch im Krankenhaus besucht werden können. Susanne Ritter erklärt: „Das ist natürlich ein freiwilliges Angebot, aber so kann der erste Kontakt mit Patienten und Angehörigen noch im Krankenhaus angebahnt werden, um die ehrenamtliche Begleitung zuhause schon einmal abzusprechen und sich kennen zu lernen.“ Gabi Hannemann, Koordinatorin des Palliative Care Teams im St. Adolf-Stift sagt: „Wir denken, dass alle Seiten davon profitieren, wenn es zu einer noch besseren Verzahnung von ambulanter und stationärer Begleitung kommt und es für alle, aber vor allem bei Patienten und Angehörigen auch zu einer mentalen Entlastung kommt.“

Das St. Adolf-Stift erwägt darüber hinaus eine Vergrößerung der Palliative Care Einheit. Derzeit stehen 4 Planbetten am Ende einer Station nur für Palliativpatienten zur Verfügung. Das interdisziplinäre Palliative Care Team (PCT) betreut dort Menschen mit einer weit fortgeschrittenen Erkrankung und begrenzten Lebenserwartung, wenn die Erkrankung nicht mehr auf eine heilende Behandlung anspricht und die Beherrschung von Schmerzen und anderen Krankheitsbeschwerden in den Vordergrund rückt. Zudem bemüht sich das Team darum, dass die psychischen, sozialen und spirituellen Bedürfnisse der Patienten im St. Adolf-Stift erfüllt werden. Pflegedirektor Martin Klein bekommt zur Palliative Care Einheit nur positives Feedback: „Die Zufriedenheit der behandelten Patienten und Angehörigen ist sehr hoch, sie fühlen sich gut bei uns aufgehoben. Und auch das Team empfindet seine Arbeit als sinnstiftend.“

Oft reichten die 4 Betten aber nicht mehr aus und das Team belegt weitere Betten der Station 7. Oberarzt Gunnar Lankenau sagt: „Jeder kann sich vorstellen, dass auch die größten Bemühungen, palliative Patienten – darunter schwer kranke und sterbende Menschen – in eine Akutstation mit Mehrbettzimmern zu integrieren, nur begrenzt erfolgreich sein können. Da möchten wir gerade als christliches Haus auch noch besser werden und Patienten und Angehörigen mehr Privatsphäre ermöglichen und eine optimale Betreuung in den psychisch belastenden Zeiten.“

Weil der Bedarf im Haus aber auch von niedergelassenen Ärzten, die ihre schwer kranken Patienten gern in eine stationäre palliative Versorgung geben möchten, stetig steigt, prüft das Krankenhaus gegenwärtig, ob die Einrichtung einer eigenen Palliativstation in einem Gebäudeteil möglich sein wird, den der Reinbeker Konvent der Schwestern von der heiligen Elisabeth zur Nutzung für Krankenhauszwecke übergeben wird. Der Ärztliche Direktor, Prof. Stefan Jäckle sagt: „Der Bereich liegt einerseits direkt zwischen Krankenhaus und Ordenseinrichtung, andererseits aber auch von den übrigen Akutstationen ein Stück weit separiert, so dass wir uns vorstellen können, hier genau das richtige Umfeld und die angemessenen Rahmenbedingungen für eine Palliativstation einrichten zu können.“ Auch der designierte Geschäftsführer Björn Pestinger kann sich die Einrichtung eine Palliativstation im St. Adolf-Stift gut vorstellen: „Aus meinen vorherigen Kliniken weiß ich, wie wertvoll eine Palliativstation für alle Betroffenen ist. Nun müssen wir aber zunächst noch genauer das Raumprogramm, die baulichen Strukturen sowie die Prozessabläufe analysieren und dann eine Entscheidung treffen.“

Gabi Hannemann und Gunnar Lankenau sind sich sicher: „Es gibt in Reinbek und Umgebung viele schwerstkranke Menschen, bei denen in den letzten Wochen und Monaten ihres Lebens eine ambulante Versorgung nicht mehr ausreicht, hier wäre eine eigene Palliativstation im St. Adolf-Stift eine echte Alternative und könnte eine Versorgungslücke schließen.“