Kampagne "Menschen - nicht Herkunft" startet in Sachsen-Anhalt

Das Studio Neue Museen startet gemeinsam mit Krankenhäusern, Arztpraxen und Pflegeeinrichtungen aus Halle und Sachsen-Anhalt die Kampagne „Menschen. Nicht Herkunft.“ Sie macht internationale Ärztinnen, Ärzte und Pflegekräfte sichtbar, die die aktuelle Gesundheitsversorgung in Sachsen-Anhalt sichern.

Hintergrund ist der anhaltende Fachkräftemangel: Ein Fünftel (18,55 Prozent) der praktizierenden Ärztinnen und Ärzte in Sachsen-Anhalt stammen aus dem Ausland, bei Pflegekräften ist es jede vierte Person. Gleichzeitig dauern Anerkennungsverfahren über zwei Jahre, mehr als 120 Personen warten derzeit auf ärztliche Kenntnisprüfungen. Die Idee entstand nach einer gemeinsamen Stellungnahme von Kassenärztlicher Vereinigung und Ärztekammer im Mai 2026, die Sorge über Auswirkungen politischer Debatten auf die Fachkräftegewinnung äußerten.

Die Kampagne umfasst Porträts von Mitarbeitenden aus vier Einrichtungen, eine Informationswebsite und kostenfrei verfügbare Materialien für weitere Einrichtungen. Im Mittelpunkt stehen keine Models, sondern echte Kolleginnen und Kollegen aus den Partnerkliniken.

Weitere Unterstützer: Diakonissenhaus Teltow, Stiftung Marthahaus, Universitätsmedizin Halle, Bergmannstrost, BG Klinikum, Carl-von-Basedow-Klinikum Saalekreis. Die vollständige Liste wird täglich auf der Website aktualisiert.

Die Initiative ist unabhängig organisiert und finanziert sich über Spenden unter
https://gofund.me/e950aad78.

Zitate:
Andreas Haase, Geschäftsführer des Studio Neue Museen: „Als Vermittlerinnen und Vermittler in Museen sind wir überzeugt: Auch Demokratie braucht Vermittlung – Begegnung, Austausch und Sichtbarkeit.“

Friedemann Malerz, Geschäftsführer der Krankenhäuser St. Elisabeth und St. Barbara sowie Martha-Maria Halle-Dölau: „Bereits jetzt haben in Sachsen-Anhalt rund ein Fünftel der praktizierenden Ärztinnen und Ärzte sowie ein Viertel der Pflegenden eine Einwanderungsgeschichte. Unser künftiges Christliches Klinikum Halle setzt auf qualifizierte neue Kolleginnen und Kollegen – vollkommen unabhängig von ihrer Herkunft.“

Matthias Blume, der Theologische Vorstand des Diakonissenhauses Teltow als Träger des Diakoniekrankenhauses Halle: „Wir sind dankbar für jeden Menschen, der uns dabei unterstützt Kranke zu versorgen, Alte und Ältere zu pflegen, Menschen mit Behinderung zu unterstützen sowie Kinder und Jugendliche zu begleiten. Dabei spielen Herkunft, Hautfarbe oder Sexualität keine Rolle. Wir sind für alle Menschen da, und jeder Mensch ist für uns bedingungslos wertvoll. Wir wenden uns gegen jegliche Form von Rassismus, Diskriminierung oder Ausgrenzung.“