Hoffnung für Patienten nach fehlgeschlagener Endoprothetik am Sprunggelenk durch ein neuartiges Implantat aus den USA

Auf dem Foto von links nach rechts: Oberärztin Dr. med. Katja Schenk, Patientin Carola Poppe und Oberarzt Jan Lietz. Foto: Krankenhaus St. Marienstift Magdeburg

Die Implantation einer Sprunggelenksprothese (OSG-TEP) gilt heute als Therapie der Wahl zur Behandlung der fortgeschrittenen Arthrose am Sprunggelenk. Sie erlaubt den Erhalt bzw. die Wiederherstellung einer schmerzfreien Beweglichkeit im oberen Sprunggelenk und bietet damit im Vergleich zur Versteifung (Arthrodese) Vorteile hinsichtlich eines physiologischeren Gangbilds und einer Schonung der Nachbargelenke.

Die beiden Oberärzte Dr. Katja Schenk und Jan Lietz sind ausgewiesene Experten auf dem Gebiet der Sprunggelenks-Endoprothetik  und haben in den letzten 30 Jahren mehr als 2000 Implantationen durchgeführt. Seit Ende 2025 verstärken beide das Team der Orthopädie im Krankenhaus St. Marienstift.

Auch wenn die allermeisten Patienten mit ihren neuen Gelenken mobil und zufrieden sind, kann es in Einzelfällen zu Problemen kommen, die eine Entfernung der implantierten Endoprothese erfordert. Die Versorgung dieser betroffenen Patienten stellt dann die behandelnden Ärzte oft vor große Herausforderungen, da durch ausgedehnte knöcherne Defekte eine stabile sekundäre Versteifung schwierig ist und bisher gängige Implantate gelegentlich an ihre Grenzen kommen.

So erging es auch Carola Poppe (Bildmitte), einer heute 62jährigen Patientin, der 2017 und 2018 wegen fortgeschrittener Arthrose in beiden Sprunggelenken mit künstlichen Gelenken versorgt wurde. Während die Prothese auf der rechten Seite bis heute schmerzfrei gut funktioniert, gab es auf der linken Seite Probleme beim „Einwachsen“ der Prothese. Trotz mehrfacher Revisionseingriffe blieb das Sprunggelenk schmerzhaft und so entschieden sich die Orthopäden Lietz und Schenk gemeinsam mit der Patientin für einen Ausbau der Prothese und eine sekundäre Versteifung des Sprunggelenks.

Auf der Suche nach einem geeigneten Implantat sind die beiden Ärzte in den USA fündig geworden. Ein neuartiger Nagel der Fa. Paragon28 - mit einer speziellen inneren dynamischen Kompression - erlaubt auch bei größeren Knochendefekten oder ausgeprägten Instabilitäten mit Fehlstellungen eine weichteilschonende und stabile Versteifung des oberen und unteren Sprunggelenks. Der Vorteil des Systems liegt dabei in einer langstreckigen konstanten, nicht lasttragenden Primärkompression, welche die bewährte gewichtsbelastete Kompression z.B. beim Laufen ergänzt. 

Die spezielle Konstruktion des Nagels erlaubt es, diesen als sekundäre Rückzugsoption nach fehlgeschlagener OSG-Prothese zu nutzen oder als primäres Implantat für Patienten, bei denen aufgrund von Kontraindikationen keine endoprothetische Versorgung möglich ist. 

Wir freuen uns, dass dieses neuartige Implantat nun auch außerhalb der USA zugelassen ist und sind stolz darauf, dass uns dieses System als erste Klinik in Europa zur Verfügung gestellt wurde. 

Carola Poppe kann 7 Tage nach der erfolgreich verlaufenden Operation mit Optimismus die Klinik verlassen und freut sich darauf, bald ihre Enkelkinder wieder zu sehen. Außerdem warten der Garten und ihre Tiere auf sie. Und wer weiß, vielleicht steigt sie sogar irgendwann wieder auf ihr geliebtes Motorrad. Voller Dankbarkeit spricht sie darüber, Frau Dr. Schenk und Herrn  Lietz als ihre behandelnden Ärzte seit vielen Jahren auf ihrem Therapieweg an ihrer Seite zu wissen.