Duderstadt | St. Martini Krankenhaus

Schutz von Patienten und Mitarbeitern hat höchste Priorität im St. Martini Krankenhaus

Der Umgang mit Schutzkleidung im Klinikalltag unterliegt der Einschätzung und Risikobewertung der einzelnen Krankenhäuser. Das Robert-Koch-Institut empfiehlt Maßnahmen und gibt Hinweise zum Ressourcen schonenden Umgang mit Schutzausrüstung, die Umsetzung ist allerdings keine einheitliche. Das St. Martini Krankenhaus orientiert sich in Sachen Infektionsschutz / Covid-19 am Vorgehen des Universitätsklinikums Göttingen.

„Das Thema Covid-19 wird in den täglich stattfindenden Krisenstabssitzungen stets aktuell diskutiert“, so Markus Kohlstedde, Geschäftsführer des St. Martini Krankenhauses in Duderstadt. „Neben den internen Sitzungen der Betriebsleitung, des Ärzteteams und der Pflege- und Bereichsleiter tauschen wir uns mehrmals wöchentlich mit bis zu 20 Krankenhäusern aus und geben die sich zum Teil täglich aktualisierenden Empfehlungen an alle Mitarbeiter weiter. Die Maßnahmen zum Schutz der Mitarbeiter und Patienten sind hierbei unser höchstes Ziel.“

Was die Ausstattung und Anwendung von Schutzausrüstungen angeht, passen wir uns den Standards der Universitätsklinik Göttingen an. Die Mitarbeiter tragen einen 3-lagigen Einmal Mund-Nasen-Schutz mindestens dann, wenn sie mit anderen Beschäftigten oder Nicht-Covid 19-Patienten in Kontakt treten. Bei direktem Kontakt zu Patienten mit Covid-19 oder bei Patienten mit respiratorischen Symptomen müssen die Mitarbeiter des St. Martini Krankenhauses eine Atemschutzmaske vom Typ FFP2 tragen sowie Brille, Einmalhandschuhe und Schutzkittel, in besonderen Situationen vom Typ FFP3 (z.B. bei Intubation). Nur das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes ist bei der Versorgung von Patienten mit nachgewiesenem Covid 19 nicht ausreichend.

Professionelle Schulungen zum korrekten Tragen der Schutzkleidung
Besonders wichtig ist allerdings das korrekte Tragen der Persönlichen Schutzkleidung (PSA). Ines Liebig, Hygienefachkraft im St. Martini Krankenhaus, führte dazu auf allen Stationen ausführliche Schulungen durch. „Um sich auch in Stresssituationen nochmals die richtige Vorgehensweise in Erinnerung zu rufen, haben wir für die Mitarbeiter Kurzvideos zum An- und Ablegen der PSA erstellt, die sie sich schnell und einfach auf ihrem Handy anschauen können. Das kam beim Personal sehr gut an“, so Liebig. Derzeit ist sie im Dauereinsatz und für alle Fragen der Mitarbeiter zum Infektionsschutz in Bezug auf Covid-19 auch am Wochenende
erreichbar. 

Versorgung mit Schutzausrüstung noch gewährleistet
Die Versorgung mit Schutzausrüstung kann aktuell noch gewährleistet werden. „Allerdings sind wir sehr erschrocken über die Lieferengpässe und Preise in Deutschland“, so Geschäftsführer Kohlstedde. Er wünscht sich von der Politik Regeln und Gesetze zu dringend benötigter Schutzkleidung. „Es kann nicht sein, dass es Firmen erlaubt ist, Schutzkleidung von Herstellerfirmen aufzukaufen und diese dann zum Teil mit einem 16-fachen Preisaufschlag den Gesundheitsdienstleistern anzubieten. Beispiel: ein normaler OP-Mund- und Nasenschutz, der im Januar noch für 7 Cent zu kaufen war, wird uns heute für 1,30 Euro angeboten. Hier wird ein
Geschäft auf Kosten des Gesundheitsschutzes unseres Krankenhauspersonals betrieben.“
 
Wunsch nach Aufklärung der Bevölkerung  
„Ein Riesenanteil an Schutzausrüstung wird dem Gesundheitssystem durch die Bevölkerung entzogen, die aber in der Anwendung nicht geschult ist. Somit kommt es unter Umständen sogar zu einer Verschlechterung des gut gemeinten Schutzes. Hier bedarf es der Aufklärung der Bevölkerung und wir würden uns wünschen, dass gehortete Schutzausrüstung, wie Mundschutz, Handschuhe, Desinfektionsmittel und Kittel dem Gesundheitswesen wieder zur Verfügung gestellt werden“, so Kohlstedde. Diese könnte beim Hausarzt, ambulanten Pflegediensten, Altenheimen oder anderen Gesundheitsdienstleistern abgegeben werden. Hier wird die Schutzausrüstung dringend benötigt und kann angemessen und korrekt eingesetzt werden, um die Mitarbeiter zu schützen, die wir im System dringend benötigen.
 
Unsere Mitarbeiter sind die wichtigste Ressource
„Nicht nur die Schutzausrüstung ist eine wichtige Ressource, auf die wir im Gesundheitssystem nicht verzichten können. Unsere Mitarbeiter sind die größte Ressource. Ihnen gilt mein größter Dank in dieser aktuellen Krise! Wir tun gerade alles, um sie zu schulen, ihnen zuzuhören, Lösungen für ihre Probleme zu finden. Seit dieser Woche haben wir außerdem eine Psychologin in unsere Runde gebeten, um bei aufkommenden Ängsten unter den Mitarbeitern einen sinnvollen fachlichen Rat weitergeben zu können. Die Psychologin steht auch für Einzelgespräche zur Verfügung. Jeden Freitag gibt es eine feste Sprechstunde.“

Kontakt

Die gemeinnützige St. Martini-Gesellschaft betreibt das St. Martini Krankenhauses und das gleichnamige Altenpflegeheim am Standort Duderstadt, gehört zum Elisabeth Vinzenz Verbund und ist das medizinische Zentrum des Untereichsfeldes mit einer mehr als 650-jährigen Geschichte. Das Krankenhaus gliedert sich in die Kliniken Innere Medizin, Chirurgie und Gynäkologie. Insbesondere das Geriatrische Zentrum Eichsfeld und das zertifizierte EndoProthetikZentrum sind medizinische Schwerpunkte.
Jährlich versorgen über 400 Mitarbeitende mehr als 20.000 Patienten ambulant und stationär. Das Krankenhaus verfügt über 140 Planbetten, das Altenpflegeheimbietet insgesamt 78 Heimplätze.
Mit eigener Gesundheits- und Krankenpflegeschule und als Akademisches Lehrkrankenhaus der Georg-August-Universität Göttingen fördert St. Martini die Aus- und Fortbildung.

www.krankenhaus-duderstadt.de