Oberarzt Frank Böttcher vom St. Adolf-Stift (links) und Notfallsanitäter Christian Oehme vom Rettungsdienstverbund Stormarn (rechts) wissen aus ihrer Arbeit im Notarzteinsatzfahrzeug, dass die sofortige Herzdruckmassage oft über Leben und Tod entscheidet.
Oberarzt Frank Böttcher vom St. Adolf-Stift (links) und Notfallsanitäter Christian Oehme vom Rettungsdienstverbund Stormarn (rechts) wissen aus ihrer Arbeit im Notarzteinsatzfahrzeug, dass die sofortige Herzdruckmassage oft über Leben und Tod entscheidet.
11. September 2018
Reinbek I Krankenhaus St. Adolf-Stift

Prüfen – rufen – drücken

So einfach kann Erste Hilfe beim Herzstillstand sein

Anlässlich der bundesweiten „Woche der Wiederbelebung“ informieren Ärzte des St. Adolf-Stiftes und Notfallsanitäter der Rettungswache Reinbek am Samstag, 22. September 2018 auf dem Reinbeker Marktplatz Passanten wie einfach es ist ein Leben zu retten.

„Mit einer Erhöhung der Wiederbelebungsrate durch Laienhelfer könnten in Deutschland jährlich ca. 5.000 Menschenleben gerettet werden“, sagt Frank Böttcher, Notarzt und Anästhesist im Krankenhaus Reinbek St. Adolf-Stift. Um die Hemmschwellen in der Bevölkerung vor der Ersten Hilfe abzubauen und die Wiederbelebungsrate zu steigern, beteiligen sich Ärzte des St. Adolf-Stiftes und Notfallsanitäter des Rettungsdienstverbundes Stormarn (RVS) an der Aktion „Ein Leben retten“. Sie werden am Samstag, 22. September 2018 während der Marktzeit von 8 bis 12 Uhr auf dem Täby-Platz darüber informieren wie einfach es ist, das Leben eines anderen Menschen zu bewahren.

Auch Christian Oehme, Notfallsanitäter der Rettungswache in Reinbek, ist am Samstagvormittag mit dabei. Oehme erlebt bei seiner Arbeit häufig, dass bei leblosen Personen keine Erstmaßnahmen eingeleitet werden und der Herzkranke verstirbt, bevor die Profis kommen. „Dabei ist es so einfach: Lebenszeichen prüfen, Hilfe rufen und Herzdruckmassage mit 100 Mal Drücken in der Minute durchführen. Das kann jeder! Die dadurch gewonnene Zeit entscheidet über Leben und Tod.“ Ein Großteil der Herzstillstände findet im persönlichen Umfeld statt – das heißt zu Hause, beim Sport oder auf der Arbeit. „Auf dem Marktplatz wollen wir den Reinbekern die Möglichkeit geben, ihre Reanimationsfertigkeiten aufzufrischen und so zu Lebensrettern zu werden", so der Notfallsanitäter. „Durch ein Wiederbelebungstraining wird Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten auf und Hemmschwellen und Berührungsängste abgebaut.“

Notarzt Böttcher ergänzt: Ich habe erst vor kurzem einen Brummifahrer kennengelernt, der in Nordschweden beim Entladen seiner Ware einen Herzstillstand hatte. Sein Glück: In Schweden ist die Reanimation aufgrund der weiten Rettungswege sehr gut geschult: Vollkommen fremde LKW-Fahrer haben ihn unglaubliche 30 Minuten abwechselnd durch einfaches Drücken auf den Brustkorb reanimiert, bis die Profis mit dem Defibrillator kamen und ihn ins Krankenhaus brachten. Er hat keinerlei Schäden davon getragen und lebt glücklich wieder im Kreise seiner Familie in Deutschland. – Da möchten wir hin.“

Hintergrund

Warum ist Wiederbelegungstraining so wichtig?
Vor einem plötzlichen Herzstillstand ist niemand gefeit. Obwohl dem Kranken fast jeder helfen könnte, tun es die wenigsten. In Deutschland ist die Helferquote beim Herzstillstand im internationalen Vergleich sehr gering: Nur in 17% der Fälle werden einfache, aber lebensrettende Maßnahmen ergriffen. Denn bei einem Herzstillstand sind es nur wenige Minuten, die über Leben und Tod entscheiden. Hier setzt die „Woche der Wiederbelebung“ an.

Notarzt Frank Böttcher gibt auch regelmäßig Schulungen in Erster Hilfe. „Da sage ich auch immer, dass es einfach ist ein Leben zu retten: Wer ein Handy bedienen und eine Getränkedose öffnen kann, der kann auch die Atmung prüfen, 112 anrufen und fest auf den Brustkorb drücken – möglichst 100 Mal in der Minute.“

Hintergrund der bundesweiten Woche der Wiederbelebung
Die lebensrettende Devise lautet „Prüfen. Rufen. Drücken!“: Prüfen, ob die Person noch atmet. Unter der europaweit gültigen Notrufnummer 112 den Rettungsdienst rufen. Fest und mindestens 100 Mal pro Minute in der Mitte des Brustkorbs drücken und nicht aufhören, bis Hilfe eintrifft. Die Mund-zu-Mund-Beatmung, vor der sich viele ekeln, ist bei der Wiederbelebung zweitrangig: Mit einer Herz-Druck-Massage werden Gehirn und Organe bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes ausreichend mit Sauerstoff versorgt.

Die „Woche der Wiederbelebung“ ist ein Gemeinschaftsprojekt des Berufsverbandes Deutscher Anästhesisten e. V. und der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin e. V. in Kooperation mit dem German Resuscitation Council e. V. und der Stiftung Deutsche Anästhesiologie. Schirmherr ist Gesundheitsminister Daniel Bahr.

Mehr Informationen unter: www.einlebenretten.de
Kurzanleitung, wie man genau hilft, gibt es hier: http://www.einlebenretten.de/handeln.html#druecken

 

 

Kontakt

Das KRANKENHAUS REINBEK ST. ADOLF-STIFT ist ein freigemeinnütziges Akut-Krankenhaus der Regelversorgung mit expandierender Entwicklung und überregionaler Bedeutung, gelegen am Sachsenwald direkt an der östlichen Stadtgrenze von Hamburg. Es verfügt über 320 Betten in den Fachrichtungen Innere Medizin mit kardiologischem und gastroenterologischem Schwerpunkt sowie einer Stroke unit, Allgemein-, Viszeral-, Thoraxchirurgie (inklusive Leberchirurgie und plastische Chirurgie), Gefäßchirurgie, Unfallchirurgie / Orthopädie, Gynäkologie / Geburtshilfe sowie Belegbetten. Ferner hält es eine interdisziplinäre Intensivstation mit 15 Betten vor.
Jährlich werden im KRANKENHAUS REINBEK ST. ADOLF-STIFT über 17.500 Patienten stationär und 22.000 ambulant behandelt. Im modernen Zentral-OP werden pro Jahr rund 8.500 Operationen mit steigender Tendenz durchgeführt. Im St. Adolf-Stift arbeiten über 800 Menschen in den unterschiedlichen Bereichen. Es ist Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Hamburg und einer der größten Ausbildungsbetriebe in Reinbek.

www.krankenhaus-reinbek.de