Der neue Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie am St. Adolf-Stift, Prof. Dr. Andreas Niemeier
Der neue Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie am St. Adolf-Stift, Prof. Dr. Andreas Niemeier
04. Dezember 2018
Reinbek I Krankenhaus St. Adolf-Stift

Neue Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie am St. Adolf-Stift

Start mit „1. Reinbeker Orthopädie-Symposium“ im Reinbeker Schloss


Im Oktober wurde am Krankenhaus Reinbek St. Adolf-Stift eine neue Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie gegründet. „Unter der Leitung des Chefarztes Prof. Andreas Niemeier soll sie sich neben den Medizinischen Klinik, der Chirurgischen Klinik und der Frauenklink zur vierten starke Säule des Krankenhauses entwickeln“, so der Krankenhaus Geschäftsführer Björn Pestinger.

Am Samstag, den 24. November 2018 fand im Schloss Reinbek nun das „1. Reinbeker Orthopädie Symposium“ statt. Chefarzt Prof. Dr. Andreas Niemeier, Spezialist für Gelenkerkrankungen und Gelenkersatz (Endoprothetik) gab dem Symposium den Titel „Aktuelle Fragen der Endoprothetik und peri-operativen Medizin“.

Niemeier erörterte, dass heutzutage in der Orthopädie und Unfallchirurgie eine Verringerung von Schmerzen und Verbesserung der Funktionen mit operativen Methoden erfreulich häufig sehr zuverlässig erreicht werden. Niemeier: „Gleichzeitig ist jedoch ein Trend festzustellen: der individuelle Anspruch auf möglichst vollständige Beweglichkeit und Funktionsfähigkeit wächst ebenso wie die allgemeine Erwartungshaltung von Patienten und Ärzten an das Behandlungsergebnis. Gleichzeitig nehmen aber die Komplexität und der Schweregrad von Vorerkrankungen operativ zu behandelnder Patienten aufgrund der alternden Gesellschaft zu, während wirtschaftliche Vernunft im verantwortungsvollen Umgang mit den finanziellen Mitteln im Gesundheitssystem zwingend geboten ist.“

Diesen Herausforderungen stellt sich das Krankenhaus Reinbek gern, Prof. Niemeier machte aber auch klar, dass vor dem Hintergrund dieser Umstände die peri-operative Medizin, also alle Maßnahmen vor und nach dem eigentlichen operativen Eingriff, immer komplexer und anspruchsvoller werden. „Das Entwicklungspotential zur Optimierung der Behandlungsergebnisse“, so Niemeier „kann hier nur gehoben werden, wenn wahrhaft über alle Fachgebiete gedacht und gehandelt wird“. Dafür bedürfe es des Gesprächs, der Diskussion und letztlich auch geeigneter Strukturen. In diesem Sinn war das „1. Reinbeker Orthopädie Symposium“ im schönen Ambiente des Schlosses als Fortbildung konzipiert zu verschiedenen Facetten der peri-operativen Medizin und als interdisziplinäres Diskussionsforum rund um die Knieendoprothetik, gleichermaßen für niedergelassene und Krankenhausärzte aller Fachdisziplinen.

Es kamen renommierte Spezialisten aus Hamburg und Schleswig Holstein und ganz Deutschland zu Wort. So entwickelten sich lebhafte Diskussionen zwischen Allgemeinmedizinern, Hausärzten, Orthopäden und Unfallchirurgen, Narkoseärzten, Rheumatologen, Psychiatern, Geriatern, Krankengymnasten und Pflegekräften, sämtlich mit dem Ziel, die Versorgung von Patienten mit Indikation zur Knieprothesenimplantation zu optimieren.

Dr. Thomas Brabant, Ärztlicher Direktor des Zentrums für Geriatrie und Frührehabilitation des St. Joseph-Stift in Bremen sprach über den Erhalt individueller Mobilität im Alter. Er betonte vor allem den engen Zusammenhang zwischen Ernährung und Bewegung mit Gesundheit im Alter und die große Bedeutung des körperlichen Trainings.
Privatdozent Dr. Thorsten Krause, Chefarzt der Abteilung für Anästhesiologie des Krankenhauses Reinbek, referierte über die aktuellen Konzepte zur Einnahme blutverdünnender Medikamente kurz vor und nach einer Operation – hier ist oft eine ausgewogene Risikoabwägung erforderlich, um einerseits das Herz-Kreislauf nicht zu gefährden, andererseits kein zu hohes Blutungsrisiko in Kauf zu nehmen.
Dr. Tobias Schmidt, Institut für Osteologie und Biomechanik am UKE, fasste die neuen Leilinien zur Behandlung von Osteoporose zusammen und stellte diese in Bezug zur Bedeutung von Osteoporose bei Patienten mit Gelenkersatzoperationen.
Prof. Rudolf Ascherl, Chefarzt des Endoprothetikzentrum in Tirschnereuth und ebenso wie Prof. Niemeier Präsidiumsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Endoprothetik (AE), hielt einen Vortrag über die Gründe für Unzufriedenheit nach Knieprothesen und über die wichtigsten Aspekte zur Verhütung von Infektionen, nach wie vor eine der schwerwiegendsten Komplikationen der Endoprothetik. Unter Beachtung aller verfügbaren Vorsichtsmaßnahmen seien die Infektionsraten heute zwar prinzipiell auf unter 1% aller Eingriffe reduzierbar, aber nicht auf null zu reduzieren. Patientenseitige Voraussetzungen wie Übergewicht und Zuckerkrankheit führten leider immer zu erhöhten Infektionsraten, da die körpereigne Abwehr bei diesen Patienten geschwächt ist.
Prof. Dr. Sönke Arlt, Klinik für Psychiatrie des UKE, berichtete über die geistige Leistungsfähigkeit älterer Patienten nach Gelenkersatzoperationen und hielt fest, dass Störungen eindeutig seltener und weniger schwer wiegend auftreten als nach anderen großen Operationen, zum Beispiel Herzeingriffen. Er stellte eine Studie vor, die er gemeinsam mit der Arbeitsgruppe von Prof. Niemeier am UKE durchgeführt hat: bei Patienten mit Hüftgelenkersatz kommt es binnen drei Monaten immerhin bei 50% der Patienten sogar zu einer Verbesserung der geistigen Leistungsfähigkeit und nach über 12 Monaten zu einem sprunghaften Anstieg.
Prof. Andreas Niemeier selbst referierte dann über die Bewegungsabläufe des gesunden, des erkrankten und des ersetzen Kniegelenkes. Unter Anwendung moderner OP-Techniken und Implantate sind heute sehr gute Ergebnisse hinsichtlich der Bewegungsabläufe zu erzielen, wobei diese auch unter Anwendung aller Regeln der Kunst immer ein Ersatzverfahren bleiben.

Thore Groth, Fachbereichsleitung Physikalische Therapie des Krankenhaus Reinbek, hielt einen Vortrag über Konservative Therapie der Gonarthrose, welche für den richtigen Patienten dazu führen kann, dass eine Operation vermieden wird. Muskelkraft und Gewichtsabnahme sind hier oftmals Grundvoraussetzungen für den Erfolg.
Abschließend wurde anhand zweier Vorträge zu Thema Rheuma von Privatdozent Dr. Christof Iking-Konert, Leitender Arzt der Rheumatologie des UKE und Prof. Dr. Ralph Gaulke, Stellvertretender Direktor der Klinik für Unfallchirurgie des Medizinischen Hochschule Hannover, die Frühdiagnostik von Rheuma sowie der spezielle Umgang mit Unfallverletzungen des Rheumakranken Patienten intensiv diskutiert.

Prof. Niemeier, dem sehr an einer guten Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Kollegen der Region gelegen ist, zeigte sich zufrieden mit der offenen Diskussion und schloss die Veranstaltung mit der Schlussfolgerung, dass wohl jede der anwesenden Personen wertvolle Anregungen für den eigenen Arbeitsalltag zum Wohl der Patienten mitnehmen werde. Das 2. Reinbeker Orthopädie Symposium ist bereits für November 2019 in Planung.

Kontakt

Das KRANKENHAUS REINBEK ST. ADOLF-STIFT ist ein freigemeinnütziges Akut-Krankenhaus der Regelversorgung mit expandierender Entwicklung und überregionaler Bedeutung, gelegen am Sachsenwald direkt an der östlichen Stadtgrenze von Hamburg. Es verfügt über 320 Betten in den Fachrichtungen Innere Medizin mit kardiologischem und gastroenterologischem Schwerpunkt sowie einer Stroke unit, Allgemein-, Viszeral-, Thoraxchirurgie (inklusive Leberchirurgie und plastische Chirurgie), Gefäßchirurgie, Unfallchirurgie / Orthopädie, Gynäkologie / Geburtshilfe sowie Belegbetten. Ferner hält es eine interdisziplinäre Intensivstation mit 15 Betten vor.
Jährlich werden im KRANKENHAUS REINBEK ST. ADOLF-STIFT über 17.500 Patienten stationär und 22.000 ambulant behandelt. Im modernen Zentral-OP werden pro Jahr rund 8.500 Operationen mit steigender Tendenz durchgeführt. Im St. Adolf-Stift arbeiten über 800 Menschen in den unterschiedlichen Bereichen. Es ist Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Hamburg und einer der größten Ausbildungsbetriebe in Reinbek.

www.krankenhaus-reinbek.de