Halle | Krankenhaus St. Elisabeth und St. Barbara

Akutsprechstunde mit schneller Hilfe bei psychischen Erkrankungen

Neues Angebot fängt Patienten auf, bevor es kritisch wird

Menschen, die an Depressionen, Angsterkrankungen oder Essstörungen leiden, benötigen eine umgehende und lückenlose medizinische Beratung und Begleitung.

Bis ein Patient jedoch einen Termin bei einem niedergelassenen Psychotherapeuten bekommt, vergehen häufig bis zu sechs Monate. In dieser Zeit kann sich das Krankheitsbild erheblich verschlechtern und zum ernsthaften Risiko für den Patienten und seine Angehörigen werden. Mit der Akutsprechstunde der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie am Krankenhaus St. Elisabeth und St. Barbara in Halle wurde jetzt ein Angebot eingerichtet, das Patienten fachmedizinisch auffängt, bevor es zu einer kritischen Entwicklung kommt. Psychisch erkrankte Menschen kämpfen in vielen Fällen nicht nur gegen eine drohende Arbeitsunfähigkeit und die fortschreitende Isolation im persönlichen Umfeld. Mitunter sind die Symptome so stark ausgeprägt, dass Betroffene umgehend einer Behandlung zugewiesen werden müssen, um eine lebensgefährdenden Entwicklung der Erkrankung zu vermeiden.

Die sogenannte Magersucht beispielsweise ist unter den psychischen Leiden die Erkrankung mit der höchsten Todesrate in Deutschland. Körperliche Schwäche durch Mangelernährung führt in der Regel zu einer erhöhten Infektanfälligkeit und begünstigt Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Auch sind magersüchtige Patienten überdurchschnittlich anfällig für schwerwiegende Depressionen und Suizidgedanken. Eine andere Patientengruppe leidet an Schmerzsymptomen, die nicht oder nicht hinreichend durch organmedizinische Befunde erklärbar sind. Auslöser kann zum Beispiel eine persönliche Verlusterfahrung sein, die sich im Versuch der psychischen Verarbeitung des Erlebten durch körperlichen Schmerz ausdrückt. Nicht selten folgt ein Untersuchungsmarathon bei vielen verschiedenen Ärzten, ohne dass eine konkrete Ursache für die Schmerzen festgestellt werden kann. Ein zunehmendes Problemfeld in der fachärztlichen Praxis sind auch Belastungsstörungen bei Patienten, zum Beispiel aufgrund einer hohen Aufgabenverdichtung am Arbeitsplatz, einer eigenen körperlichen Einschränkung oder der Erkrankung bzw. Pflegebedürftigkeit eines Angehörigen. In diesen Fällen kann es zu Belastungsreaktionen mit Ängsten, Konzentrationsstörungen, Antriebsminderung, Selbstzweifeln, der Vermeidung von Öffentlichkeit oder schweren Schlafstörungen kommen, die häufig unter dem Begriff „Burn out“ zusammengefasst werden.

Die Akutsprechstunde der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie am Krankenhaus St. Elisabeth und St. Barbara bietet Patienten mit dringlichen psychischen Beschwerden seit Anfang April die Möglichkeit einer kurzfristigen Terminvereinbarung. Chefärztin Dr. med. Claudia Bahn erklärt das Angebot: „Die Akutsprechstunde teilt sich in zwei Bereiche. Zum einen führen wir mit Patienten vorstationäre Gespräche, die bei vorliegender Verordnung von Krankenhausbehandlung in eine stationäre Aufnahme münden können. In der Essstörungsambulanz hingegen haben wir die Möglichkeit, unsere Patienten auch ohne Überweisungsschein innerhalb von 14 Tagen zu sehen und umgehend mit der Therapie zu beginnen.“ Nach einer eingehenden fachärztlichen Diagnostik wird das Ergebnis umfassend mit dem Patienten besprochen. Im Anschluss werden sinnvolle Therapieoptionen aufgezeigt und ein Behandlungsplan festgelegt. Bei Bedarf werden noch vor Ort weitere Termine vereinbart, so dass die Patienten eine lückenlose therapeutische und medizinische Begleitung erfahren. Zusätzlich erhält der behandelnde Hausarzt mit Einverständnis des Patienten zeitnah einen Befundbericht.

Die Akutsprechstunde der halleschen Klinik ist somit ein Angebot an alle Patienten im südlichen Sachsen-Anhalt, mögliche psychische Erkrankungen auf schnellem Weg diagnostizieren und behandeln zu lassen, bevor es zu einer Notfallsituation kommt.

Termine für die Akutsprechstunde können unter der Telefonnummer (0345) 213 4351 vereinbart werden.

Kontakt

Das Krankenhaus St. Elisabeth und St. Barbara in Halle (Saale) ist Akademisches Lehrkrankenhaus der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und gehört mit rund 1.300 Beschäftigten und mehr als 600 vollstationären Betten zum katholischen Elisabeth Vinzenz Verbund. Als Haus der Schwerpunktversorgung verfügt es über 14 Kliniken der Fachgebiete Anästhesie, Intensivmedizin, Notfallmedizin, Schmerztherapie und Palliativmedizin, Allgemein-, Viszeral- und Tumorchirurgie, Gefäßchirurgie, Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Innere Medizin, Kinder- und Jugendmedizin, Neonatologie und Kinderintensivmedizin, Kinderchirurgie, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatische Medizin und Psychotherapie sowie über ein Sozialpädiatrisches Zentrum mit Interdisziplinärer Frühförderstelle. Das angegliederte Medizinische Versorgungszentrum, das Medizinische Zentrum für Erwachsene mit Behinderung sowie eine spezialisierte ambulante Palliativversorgung ergänzen das breite medizinische Leistungsspektrum des seit 120 Jahren bestehenden Hauses für die Region.

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